Die Fußball-Europameisterschaft

23. September 2009

Die Fußball-Europameisterschaft der Herren ist neben der Weltmeisterschaft die wichtigste Sportveranstaltung für europäische Fußballfans. Alle vier Jahre treten die 16 besten Nationalmannschaften Europas an, um sich einen Ehrenplatz in den Sport-Geschichtsbüchern zu sichern. Aufgrund des hohen spielerischen Niveaus verfolgen auch auf anderen Kontinenten viele Zuschauer das Turnier mit großem Interesse.

Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt die Europameisterschaft, wenn Mannschaften überzeugen konnten, die nicht zu den Favoriten zählten. In reger Erinnerung sind vielen Fußballbegeisterten die Bilder der jubelnden Dänen, die 1992 überraschend den Pokal in ihr Land holten. Eigentlich hatten sich die Außenseiter nicht einmal für das Turnier qualifiziert. Wegen des Krieges trat Jugoslawien jedoch nicht an und machte den Weg für die nachrückenden Skandinavier frei. Die dänische Mannschaft brach ihren Urlaub ab und reiste mit ihren Ehefrauen direkt vom Swimmingpool ins Nachbarland Schweden. Entsprechend entspannt spielten sie sich dann eindrucksvoll in die Herzen der Fans. Ähnlich überraschend war der Sieg Griechenlands bei der EM 2004. Trainerlegende Otto Rehhagel brachte die Fußballzwerge auf Vordermann und zwang mit seiner Defensivtaktik sämtliche Topteams in die Knie.

Das erste Finalspiel gewann 1960 das Team der Sowjetunion. Damals hieß das Turnier noch Europa-Nationenpokal. Rekordeuropameister ist Deutschland mit drei Titeln, gefolgt von Spanien und Frankreich mit jeweils zwei Gesamtsiegen. Die meisten Titel des seit den frühen 80er Jahren stattfindenden Wettbewerbs der Damen holte übrigens mit sechs Erfolgen ebenfalls die deutsche Mannschaft.

Der Generalsekretär des französischen Fußballverbands Henri Delaunay hatte die Vision, einen gesamteuropäischen Nationalwettbewerb zu etablieren. Zwei Jahre nach dem Tod Delaunays beschloss der UEFA-Kongress im Jahr 1957 erstmals die Austragung der Sportveranstaltung.

Die EM findet jedes Mal in einem anderen Land statt. Zwei Jahre vor Beginn der Endrunde startet die Qualifikation. Dort spielen alle Nationalmannschaften Europas in ausgelosten Gruppen gegeneinander. Es findet jeweils ein Hin- und ein Rückspiel statt. Die besten Teams der Gruppenspiele qualifizieren sich für den Hauptwettbewerb. Gastgeber und Titelverteidiger sind automatisch teilnahmeberechtigt. Die Veranstalter planen die Teilnehmerzahl ab 2016 von derzeit 16 Mannschaften in vier Gruppen auf 24 in sechs Gruppen zu erhöhen.

Schon jetzt erwarten Millionen Menschen die kommenden Fußball-Europameisterschaften mit Spannung. Welche Nation wohl beim nächsten Mal die Nase vorn hat?